Ich habe ein Nackt-Foto bekommen. Was soll ich tun?
Das ist eine sehr unangenehme Situation und gemeinsam wollen wir schauen, was für Möglichkeiten du hast. Du solltest das Foto löschen und auf gar keinen Fall weiterschicken. Auch nicht „nur“ an Freund*innen. Wenn es sich so anfühlt, als könnte es Ärger geben oder jemand Druck macht, ist ein Screenshot zur Beweissicherung okay. Wichtig: In der Schweiz dürfen unter 16-Jährige keine Pornografie gezeigt bekommen. Das heisst auch, solche Bilder niemandem unter 16 zu zeigen. Es ist nicht deine Schuld, du kannst mit einer Vertrauensperson oder einer anonymen Beratungsstelle in Kontakt treten. Du musst das nicht allein regeln. Hier bekommst du Unterstützung:
Ist es strafbar, wenn ich Nacktbilder weiterleite (auch nur an Freunde)?
Ja. In der Schweiz dürfen unter 16-Jährige keine Pornografie gezeigt bekommen. Wenn du Nacktbilder weiterleitest, auch „nur“ an Kolleg*innen, kann das strafbar sein. Zusätzlich hat jede Person das Recht am eigenen Bild. Dieses Recht wird ebenfalls verletzt, wenn Fotos ohne klare Zustimmung weitergegeben werden. Das gilt auch für Screenshots. Am besten ist es, wenn du solche Bilder löschst, nicht speicherst und nicht weiterleitest.
Warum vergleiche ich mich online mit anderen?
Online siehst du jeden Tag bearbeitete, gefilterte und perfekt inszenierte Fotos, Videos und Storys. Plattformen zeigen vor allem extreme und „perfekte“ Inhalte, weil genau die Aufmerksamkeit bringen. Irgendwann passiert automatisch ein Vergleich nach oben und daraus entsteht das Gefühl, selbst nicht zu genügen. Das liegt nicht an dir, sondern an der Funktionsweise von Social Media. Was helfen kann: Mach dir klar, dass fast jedes Bild bearbeitet ist oder eine gezielte Pose zeigt. Zähl bewusst zehn ganz normale Menschen auf der Strasse und vergleich das mit dem, was du online siehst. Entspricht die Realität der Online-Welt? Lege regelmässig Social-Media-Pausen ein, auch kurze. Überprüfe, welchen Influencer*innen du folgst und ob sie dir guttun und sprich mit Kolleg*innen darüber, was ihr online seht und wie es euch damit geht.
Mir hat jemand ein Dickpic geschickt und ich wollte das gar nicht! Was mach ich jetzt?
Das ist nicht deine Schuld. Wenn du dich in einem Chat komisch, eklig oder unwohl fühlst, musst du keinen Kontakt mit der Person haben. Beende den Chat sofort und blockiere die Person. Zur Beweissicherung kannst du einen Screenshot machen, falls du damit zur Polizei gehen möchtest. Ausserdem kannst du das Bild auch direkt bei der Plattform melden. Das Foto solltest du löschen und auf keinen Fall weiterschicken, auch nicht „nur“ an Freund*innen. Wenn jemand Druck macht oder dich bedroht, ist das ernst zu nehmen. Hol dir Unterstützung bei einer Vertrauensperson oder einer anonymen Beratungsstelle.
In meiner Klasse schicken manche rassistische Sticker rum. Ich weiss nicht, ob ich was sagen soll oder lieber nicht.
Rassistische Inhalte sind niemals in Ordnung und ausserdem in der Schweiz verboten. Schweigen kann manchmal wie eine Zustimmung wirken. Stattdessen könntest du also klarstellen, dass solche Inhalte verletzen und nicht lustig sind. Wenn das nicht geht, melde es den Lehrpersonen oder der Schulsozialarbeit oder einer anderen Vertrauensperson, wie zum Beispiel deinen Eltern.
Warum fühl ich mich manchmal total leer, obwohl ich online die ganze Zeit mit Leuten schreibe?
Wichtig ist, dass wir auch Freundschaften im echten Leben pflegen. Es kann für den Körper und den Kopf sehr anstrengend sein fast nur online Kontakte zu haben. Chats hören nie richtig auf, Pausen fehlen und echte Gefühle kommen zu kurz. Das kann müde und leer machen. Oftmals können einem Offline-Pausen helfen, es ist wichtig das Handy einfach mal auf Seite zu legen. Auch reale Treffen oder gemeinsame Aktivitäten können wieder Energie geben. Aber das Gefühl von Leere ist keine Schwäche, sondern ein Signal deines Körpers, dass gerade etwas zu viel oder zu einseitig ist.
Meine Eltern nerven, weil sie sagen, ich bin dauernd online. Sie verstehen einfach nicht, dass ich da Kontakt zu meinen Freund*innen habe.
Eltern ist es meist wichtig, dass die Bildschirmzeiten nicht zu hoch sind, weil sie sich um euch sorgen und euch schützen wollen. Natürlich ist es aber auch wichtig, dass Ihr Kontakt zu euren Freund*innen halten könnt. Vielleicht kannst du das Gespräch mit deinen Eltern suchen und ihnen zeigen, was du am Handy machst und mit wem du so Kontakt hast. Dann können Sie besser verstehen, warum es dir so wichtig ist. Gemeinsam könnt ihr vielleicht Abmachungen treffen, zum Beispiel Zeiten ohne Handy, damit sie sehen, dass dein Leben auch aus anderen Dingen besteht.
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